Bergschiffmühle: Zeit, dass sich (wieder) was dreht
von Kevin Phillipp
(Bad Düben/Wsp/kp). Rückblick in den Februar 2021: Der MDR führte Dreharbeiten in Bad Düben durch. Dazu sollten Ehrenbürger Wolfgang Apitzsch und Rudolf Scheeren vom damals noch existierenden Heimatverein die historische Bergschiffmühle am Fuße der Burg in Gang setzen. Da das Holz seit Jahren allen Witterungen ausgesetzt war, passierte das, was irgendwann passieren musste: Die Antriebswelle brach. Die Mühle, die man immer wieder zu Schauzwecken aktivierte, wurde schlagartig ausgebremst.
Es folgten unzählige Runden mit Behörden, Debatten im Stadtrat und nicht zuletzt eine sehr erfolgreiche Spendensammlung, initiiert durch den Heimatverein. Rund 30.000 Euro kamen zusammen. Das zeigt: Die Kurstädter hängen an ihrer Schiffmühle. Und dennoch war lange kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen. Bis Ende letzten Jahres, als die Denkmalschutzbehörde endlich Geld zusagte – 85.500 Euro, um genau zu sein. Im Frühjahr folgte dann die Vergabe an die Mühlenbau-Firma Schumann aus dem erzgebirgischen Mulda, die seinerzeit bereits die letzte Instandsetzung nach der Jahrtausendwende übernahm. Die Stadt investiert dafür rund 140.000 Euro. Vorausgegangen war ein Grundsatzbeschluss des Stadtrats, die Bergschiffmühle – immerhin eine freiwillige Aufgabe – unbedingt zu erhalten.
In der vergangenen Woche hatte das lange, inzwischen fünfeinhalbjährige (!) Warten ein Ende und die neue Welle wurde eingebaut. Mit einem Kran schoben die Handwerker das Gehölz durch das Mühlenhaus Zentimeter für Zentimeter an die richtige Stelle. Hin und wieder blieben auch einige Passanten, die von den Arbeiten Wind bekamen, stehen und beobachteten die Szenerie aus sicherer Entfernung von der Brücke zur Burg aus.